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Les Printemps ou les Saisons Amusantes

Musik in den königlichen Gärten von Versailles

Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" in einer Bearbeitung von Nicholas Chédeville (1705-1782) für Drehleier, Blockflöte, Violine, Viola da gamba und Basso Continuo - kombiniert mit Musik von Marin Marais, Anne Philidor, Jaques Christoph Naudot und Jean-Henri D´Anglebert

Dorothee Oberlinger
Blockflöte
 
Elin Erikson
Violine
N.N.
Drehleier
Jörg Meder
Viola da gamba
Axel Wolf, Maria Ferré
Théorbe, Barockgitarre
Zita Mikijanska
Cembalo

Im Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts war die "musique champêtre" (Schäfermusik) ein beliebtes musikalisches Genre, dem sich der französische Adel widmete. Diese Art von Kammermusik erklang zur Unterhaltung in der freien Natur oder in den Pavillons der königlichen Gärten – als idealisierte und kultivierte Imitation der "fêtes rustiques", der rustikalen Feste auf dem Land. Hierbei kamen viele die Natur symbolisierenden Instrumente wie Blockflöte, Musette oder Vielle zum Einsatz. Nicholas Chedeville (1705-1782) bearbeitete ganz in der Mode seiner Zeit bekannte Werke italienischer Komponisten für diese pastoralen Instrumentalkombinationen neu, so auch Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten".

Französische Drehleiern des Barock

Durch den Instrumentenbauer Baton tauchten erste Drehleiern mit gitarren- oder lautenförmigen Klangkörpern in Versailles auf. Die Instrumente waren durchweg chromatisch und hatten zwei Melodie-, drei Bordun- und eine Schnarrsaite. Die Wirbelkästen waren vielfach mit kunstvoll geschnitzten Köpfen versehen und die Decken mit Intarsien und Ornamenten geschmückt. Die Drehleiern hielten Einzug am Französischen Hof und zahlreiche Komponisten wie Boismortier, Baton, Nicholas Chedeville und Michelle Corette, ebenso W.A. Mozart und Antonio Vivaldi schrieben Stücke für die Drehleier. Die bedeutendsten Drehleierbauer dieser Zeit waren Louvet und Lambert.

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