Text

 

„Das engagierte Spiel des reichhaltig besetzten UCE bewirkt einen farbigen Klang, der hervorragend mit der Gesangsstimme korrespondiert. Einfühlsam abgestimmt mit dem jeweiligen Textinhalt ertönt in großer Abwechslung ein breites Spektrum barocker Continuoinstrumente.“


(Concerto, 11/2012)

CD-Neuerscheinung

Johann Hermann Schein: Musica boscareccia


Wald-Liederlein auff Italian-Villanellische Invention

























Julla von Landsberg, Christine Maria Rembeck - Sopran

Flrian Götz - Bariton


United Continuo Ensemble

Jörg Meder - Viola da gamba, Violone

Thomas C. Boysen - Theorbe, Barockgitarre

Thor-Harald Johnsen - Laute, Barockgitarre, Chitarra battente

Johanna Seitz - Harfe

Johannes Hämmerle - Orgel, Virgnal

Thomas Engel - Blockflöten

Johannes Frisch - Barockvioline


Leitung: Thor-Harald Johnsen


Label: Pan Classics, PC 10326


Ursprünglich war die „Villanella“ ein schlichtes dreistimmiges Strophenlied nach Art der volkstümlichen Weisen der italienischen Landbevölkerung, bewusst einfach in seiner Setzweise und zumeist mit derben Texten unterlegt. Als Johann Hermann Schein in den 1620er-Jahren seine insgesamt 50 Villanellen der „Musica boscareccia“ veröffentlicht, ist die Gattung indes längst zur Kunstform geworden.


Die „Wald-Liederlein“ erfreuten sich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ungemeiner Beliebtheit. Bis 1651 wurden ihre drei Bände nicht weniger als acht Mal neu aufgelegt, letztlich sogar noch mit neuen, geistlichen Texten unterlegt. Scheins großer Erfolg liegt hauptsächlich darin begründet, dass er es mühelos verstand, die modernen italienischen Errungenschaften seiner Zeit mit dem konservativen stilistischen Erbe seines mitteldeutschen Umfeldes zu verschmelzen. Vor allem die revolutionäre italienische Novität des Generalbasses, also die akkordische Begleitung von Liedern durch Lauten- und Tasteninstrumente, machte diese Stücke hochmodern und heiß begehrt.


Ihre Texte, allesamt von Schein selbst gedichtet, sind voller aussagekräftiger Bilder, charmant und witzig. Hier tummelt sich eine ganze Horde von Waldgeistern, mythologischen Gestalten und Göttern: Vor allem Amor treibt sein Schabernack, die schöne Filli – unbestrittene Hauptdarstellerin – jagt den Hirten Coridon durch ein Meer an Liebesfreuden und -leiden und bringt dabei sogar Amor selbst in arge Schwierigkeiten, Concordia wacht weise und gelassen über all das Geschehen...